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Hakenwürmer / Gyrodactylus

Erreger:

Gyrodactylus sind relativ große Parasiten von ca. 0,8 mm Länge. Unter dem Mikroskop sind diese Würmer leicht zu erkennen. Im frischen Abstrich sieht man eine typische Bewegung, die etwas an die Fortbewegung von Schmetterlingsraupen erinnert.
Des Weiteren ist das Erscheinungsbild dieser Würmer sehr spezifisch. Sie haben an einem Ende einen Hakenapparat, der deutlich erkennbar ist. Am anderen Ende befinden sich 2 Zipfel. Augen wie der Kiemenhakenwurm haben Gyrodactylus nicht.
Gyrodactylus ist lebend gebärend,  oft sieht man im Mutterleib eine fertige Larve, die dem ausgewachsenen Wurm ähnelt. Der Parasit lebt, wie der Name schon sagt hauptsächlich auf der Haut, wird aber manchmal auch auf den Kiemen gefunden.
Mit ihrem Haftapparat können diese Würmer großen Schaden im Hautgewebe  verursachen.
 
Übertragung:

Die Übertragung erfolgt durch direkten Kontakt. Die Krankheit kann durch einbringen neuer Fische bzw. Koi in den Teich kommen. Aber auch durch verseuchtes Filtermaterial kann der Parasit von einem Becken in das andere transportiert werden. Eine gute Quarantäne und optimale, hygienische Bedingungen können die Ausbreitung des Parasiten verhindern.

Krankheitszeichen:

Wirkliche Symptome treten wie so oft bei Parasitenbefall nur dann auf wenn es zur Massenvermehrung kommt. Die geschädigte Haut fühlt sich rau und stumpf an. Dies ist bedingt durch die fehlende Schleimhaut. Diese kann im Anfangsstadium auch gräulich verfärbt sein. Meist sieht man kleine gerötete Hautwunden verursacht vom kräftigen Hakenapparat des Wurmes. Sind die Kiemen befallen sieht man eine erhöhte Atemfrequenz und die Fische stehen am Filtereinlauf oder direkt über dem Ausströmerstein. Die durch den Hakenapparat entstehenden Verletzungen machen den Weg frei für Sekundärinfektionen mit Bakterien und Pilzen. Der Juckreiz führt zu vermehrtem scheuern.

Diagnose:

Diese erfolgt über einen Hautabstrich.  Bei einem Massenbefall wird man den Parasit schon bei kleiner Vergrößerung schnell erkennen.

Vereinzelte Funde von Würmern in geringer Zahl sind in der Regel kein Problem für den Fisch.

Behandlung:

Eine Behandlung ist nur dann von Nöten, wenn ein Massenbefall festgestellt wurde. Sie erfolgt mit Praziquantel-, Mebendazol- oder Flubendazol-haltigen Präparaten. Da alle oben genannten Mittel verschreibungspflichtig sind, kontaktieren Sie bitte einen Tierarzt.Leider ist Gyrodactylus ein sehr hartnäckiger Parasit, was regelmäsige Kontrollen des Behandlungsverlaufes nötig macht.
Mit einer gut durchgeführten Quarantäne, während der die Fische auf Kiemenwürmer untersucht werden, ist die beste Möglichkeit, die Krankheit zu vermeiden.