Koifutter

Der Koi ist physiologisch gesehen ein Karpfen und hat, so wie dieser, keinen Magen. Die Nahrung gelangt sofort in den Darm, der für die Verdauung verantwortlich ist. Rein wissenschaftlich könnten wir einen Koi wie einen Karpfen ernähren, aber vieles spricht dafür, es dennoch nicht zu tun. Ein Speisekarpfen hat in der Regel eine viel geringere Lebenserwartung und sein Dasein ist ganz auf schnelles Wachstum ausgerichtet. Beim Koi haben wir erheblich höhere Ansprüche als nur ein schnelles Wachstum. Der Koi sollte gut wachsen, aber kontrolliert, damit die Qualität nicht leidet. Ein fetter Koi kann schnell wertlos werden. Der Koi hat eine hohe Lebenserwartung, in der er seine Qualität möglichst erhalten oder ausbauen sollte und seine Gesundheit nicht leiden darf. Deswegen ist ein Koifutter nicht vergleichbar mit normalem Karpfenfutter.

Der Koi stellt in der Hälterung besondere Anforderung hinsichtlich zusätzlicher Proteine, Mineralien und Vitamine, da die natürliche Versorgung mit Kleintieren wie Bachflohkrebsen, Insektenlarven, Eintagsfliegen usw. nicht stattfindet, es ist wichtig den Koi richtig zu ernähren und entsprechend mit Proteinen, Vitaminen und Mineralien zu versorgen. Die Anforderung an ein gutes Koifutter sind somit deutlich höher als an ein Karpfenfutter z.B. zur Mast.

Die künstliche Hälterung bietet in der Regel nicht das gleiche Platzangebot eines natürlichen Teiches. Auch die Biologie unterscheidet sich grundlegend, so dass Verschmutzungen, durch z.B. Koikot, unterschiedlich schnell und gut abgebaut werden. Für die Gesundheit der Koi ist es wichtig, dass Wasserbelastungen durch unverdaute Proteine im Koikot so gering wie möglich gehalten werden. Bei einem guten Koifutter ist die Verdaulichkeit und Verwertbarkeit hoch, das heißt, der Koi kann fast alle Proteine im Koifutter verdauen und umsetzen. Bei einem minderwertigen Koifutter ist die Verdaulichkeit schlecht und der Koi scheidet sehr viele unverdaute Proteine aus. Das liegt daran, dass nicht jede Proteinkette gleich gut verdaut werden kann. Unverdaulichkeit von Proteinketten kann z.B. durch minderwertige Eiweißquellen oder falsche Behandlung in der Herstellung, z.B. Überhitzen des Koifutters, entstehen. Unverdaute Reste belasten das Teichwasser und führen häufig zu einem deutlich schlechteren Gesundheitszustand der Koi, da sich viel schneller schädliche Krankheitserreger bilden können.

Ein gutes Koifutter muss die natürliche Nahrung vollständig ersetzten können, damit es sich als Alleinfutter bezeichnen darf. Es muss alle lebenswichtigen Aminosäuren beinhalten und das in verdaulicher und verwertbarer Form für den Koi. Aminosäure Lieferanten können tierische und pflanzliche Eiweiße sein, wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass alle wichtigen Aminosäuren in der richtigen Menge im Koifutter vorhanden sind. Deswegen ist darauf zu achten, dass z.B. nicht nur Fischmehl die alleinige Eiweißquelle ist, sondern auch pflanzliche Quellen dabei sind. Sojaschrot ist allerdings z.B. eine sehr schlechte Quelle und ein Hinweis auf minderwertiges Koifutter.

Das Immunsystem des Koi ist natürlich unmittelbar von der Ernährung abhängig. Ein gutes Koifutter enthält probiotische Stoffe zur Stimulierung des Immunsystems. Gerade in der Übergangszeit im Frühjahr kann es sehr hilfreich für die Koi sein, das Immunsystem durch das richtige Koifutter zu stärken und zu unterstützen, da die Koi durch den Winter an Kondition verloren haben und Bakterien und Parasiten, durch steigende Wassertemperaturen schneller wieder aktiv werden.

Ein Koi kann abhängig vom Lebensalter zwischen 1% - 5% täglich seines Körpergewichtes an Nahrung aufnehmen. Ein Tosai Koi kann ca. 5% aufnehmen und verwerten und ein Jumbo Koi ca. 1%. Deswegen ist es bei der Dosierung wichtig auf das Alter und die Größe der Koi zu achten. Koi haben die Neigung nahezu immer zu fressen oder einige Koi Halter versprechen sich ein schnelles Wachstum vom starken Füttern. Sie sollten es vermeiden, Ihre Koi zu überfüttern, die Nachteile sind auf lange Sicht erheblich. Ein überfetteter Koi verliert schneller seine Qualität und Sie gefährden seine Gesundheit.

Die Verdauung und der Stoffwechsel der Koi ist temperaturabhängig und somit zu jeder Jahreszeit höchst unterschiedlich, so dass jede Jahreszeit ihr eigenes Koifutter verlangt. In den nächsten Kapitel gehen wir auf die Koifütterung zu den verschiedenen Jahreszeiten ein.