Weißpünktchenkrankheit (Ichthyophthirius multifilis)

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Erreger:

Ichthyophtirius, kurz Ichthyo genannt, ist ein obligat krankmachender Fischparasit, d.h. wenn er in den Teich eingeschleppt wird verursacht er immer eine Erkrankung. Gerade in der warmen Jahreszeit kommt es zur Massenvermehrung und der Parasit steckt alle Fische bzw. Koi im Teich an, egal ob diese schwach und alt sind, oder absolut gesund.
Der Parasit siedelt auf der Haut und den Kiemen und verkapselt sich unter einer weißen Schicht. Hier ernährt er sich dann von der Haut oder dem Kiemengewebe des Fisches und verursacht so die Krankheit. Hat er seine volle Größe erreicht, durchbricht der Erwachsene Parasit die Haut und sinkt zu Boden. Hier vermehrt er sich durch Zellteilung und bildet Schwärmer, die frei durchs Wasser schwimmen und einen neuen Wirt suchen. Die Schwärmer sind mit 20-50µm relativ klein. Der erwachsene Parasit ist mit 500-800µm sehr groß und kann als weißes Pünktchen mit dem bloßen Auge erkannt werden. In sich trägt er einen Hufeisenförmigen Kern, dass macht ihn unverwechselbar. Bei 25°C dauert der Vermehrungszyklus ca. 4-6 Tage. Ein erwachsener Parasit kann dabei bis zu 1000! Nachkommen produzieren. Dies führt zu der raschen Verbreitung bei warmen Temperaturen.

Übertragung:

Die Übertragung erfolgt durch die frei im Wasser schwimmenden Schwärmer. Die Krankheit kann durch einbringen neuer Fische und Pflanzen in den Teich kommen. Aber auch verseuchte Gerätschaften können den Parasit von einem Becken in das andere transportieren. Der Parasit haftet dabei als klebrige Zyste an. Eine Gefahr geht hier auch von Wasservögeln aus, die den Parasit über weite Strecken transportieren können.  Eine gute Quarantäne und optimale, hygienische Bedingungen können die Ausbreitung des Parasiten verhindern.

Krankheitszeichen:

Die Symptome sind sehr typisch. Im Anfangsstadium kann man die weißen Pünktchen auf der Haut klar erkennen. Bei Massenbefall verbinden diese sich zu weißen Plaquen.
Meist ist eine massive Hauttrübung erkennbar. Der Juckreiz führt zu starkem scheuern, was sehr häufig zu Sekundärinfektionen führt.
Bei massivem Kiemenbefall kommt es zur Atemnot. Nicht behandelte Infektionen können in kurzer Zeit sehr hohe Verluste verursachen.

Diagnose:

Vermehrtes Scheuern und Schleimbildung, Atemprobleme sind immer verdächtig für Ichthyo, gerade wenn die Krankheit sehr schnell voranschreitet. Ichthyo kann selbst vom Laien anhand des typischen Krankheitsbildes schnell erkannt werden. Es sollte zur Sicherheit ein Haut- und/oder Kiemenabstrich durchgeführt werden.

Behandlung:

Ichthyo ist in immer Krank machender Parasit, der unbedingter Behandlung bedarf. Durch eine Behandlung mit den üblichen Farbstoffen kann man die Schwärmer abtöten. Die verkapselten Fressstadien werden hierdurch nicht abgetötet! Dies macht eine mehrmalige Behandlung im Abstand von 4 Tagen notwendig um zum Erfolg zu kommen.Bei Temperaturen über 30°C sterben die Schwärmer ohne Wirt relativ schnell ab. Dies kann, wenn es machbar ist ebenfalls als Behandlung dienen. Die Fische werden aus dem Becken genommen, das Wasser wird hoch geheizt und für 48 Stunden gewartet. Dies wird mindestens 3-mal gemacht. In der Aquaristik ist das sehr gut durchführbar. In der Koihaltung leider in der Regel nicht. Eine gut durchgeführte Quarantäne mit regelmäßigen Kontrolluntersuchungen Ist die beste Methode, die Krankheit zu vermeiden.

1 Gedanke zu „Weißpünktchenkrankheit (Ichthyophthirius multifilis)“

  1. Sehr schöner Bericht. Ich würde aber von der Behandlung mit erhöhter Temperatur abraten, da eine erhöhte Temperatur den Lebenszyklus des Parasiten beschleunigt und damit auch seine Vermehrung. Das kann nach hinten losgehen. In der Regel wirken die gängigen Medikamente sehr gut und sind einfach anzuwenden

    Schöne Grüße

    Andy

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